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wieder neu zusammengeführt worden ist. Enthalten sind Justizverwaltungssachen, Zivil- und Strafprozesse (gegliedert nach alphabetisch gereihten Schlagworten) sowie in alphabetischer Ordnung Testamentssachen, Vormundschaften und Todeserklärungen. Orts- und Personenindices runden das Verzeichnis ab.

 

Bei den Akten der Präfektur Fulda des Großherzogtums Frankfurt7 handelt es sich "um den mutmaßlich geschlossensten und damit für die Forschung wichtigsten Überlieferungsteil" (Vorbemerkung S. XXI f.) dieses künstlichen Staatsgebildes der napoleonischen Zeit. Am Gesamtbestand 98 Großherzogtum Frankfurt, dessen andere Teile in der Vorbemerkung (S. XXIII - XXVI) dankenswerterweise aufgelistet und beschrieben sind, wurden seit 1948 immer wieder Ordnungsarbeiten durchgeführt, u. a. durch wissenschaftliche Lehrgänge der Archivschule. Die Akten der Präfektur Fulda wurden 1980/81 von Dr. Klaus Eiler verzeichnet; als er nach Wiesbaden versetzt wurde, blieb die Arbeit liegen. Prof. Dr. Rainer Polley, der später die Betreuung der fuldischen Bestände im Staatsarchiv Marburg übernahm, ist ebenfalls nicht mehr im Staatsarchiv tätig, sondern zur Archivschule übergewechselt; um so dankbarer muß man sein, daß er das nun vorliegende Repertorium noch fertiggestellt hat.

 

Auch zu den Waldecker Beständen ist wieder ein Repertorium erschienen, und zwar hat Reinhard König die Abteilung Pyrmont der älteren Waldecker Kanzleien bearbeitet.8 Es handelt sich "um einen Pertinenzbestand, der das Pyrmont betreffende Schriftgut aller waldeckischen Kanzleien, die die neuerworbene Grafschaft gemeinsam verwalteten, bis zum Jahre 1706 enthält. Über einen längeren Zeitraum diente das kleine Land der Versorgung einzelner Mitglieder des Grafenhauses" (Vorbemerkung S. V), das Pyrmont 1625 von den Grafen zu Gleichen erhalten hatte und dadurch in Gegensatz zum Hochstift Paderborn geraten war. Bei den Auseinandersetzungen ging es vor allem um die inzwischen katholisch gewordene Stadt Lügde, die im Hauptvergleich von 1668 dann endgültig an Paderborn fiel. Das Verzeichnis dieses für die Geschichte Pyrmonts wichtigen Bestandes ist durch einen Orts- und Personenindex erschlossen.

 

Neben der Reihe der "Repertorien" hat das Staatsarchiv Marburg 1984 eine zweite Reihe mit dem Titel "Schriften des Hessischen Staatsarchivs Marburg" begonnen, in der vor allem Ausstellungskataloge erschienen sind: Hessische Kreis- und Gemeindewappen,9 Adolphs-Universität Fulda,10 Herman Grimm,12 Kartographen Autographen13 und Michail W. Lomonossow.14 Auf die Kurzbiographien waldeckischer Landtagsabgeordneter15 ist in den Mitteilungen (N. F. 13, 1986, S. 18) bereits hingewiesen worden. Neu erschienen sind zwei weitere Ausstellungskataloge: Der Katalog von Dr. Uta Löwenstein zu der überaus erfolgreichen Hessentagsausstellung von 1991 über historische Parks und Gärten in Hessen16 und mein in den Mitteilungen (N. F. 25. 1992. S. 31 f.) schon angezeigter Katalog über die Vivatbänder aus dem Museum Weißenfels.17

 

Da die von Dr. Fritz Wolff seit Jahren vorbereitete Beständeübersicht leider noch nicht zum Abschluß gekommen ist, wurde in den "Schriften" nun mit der Veröffentlichung von Teilübersichten begonnen. Als erstes Ergebnis liegt die Übersicht über die Familienarchive, Nachlässe und Materialsammlungen von Christine Ried vor. 18 Schon im 19. Jahrhundert hat das Staatsarchiv Marburg angefangen, die Archive des in seinem Sprengel ansässigen Adels als Deposita zu übernehmen, da sie eine wichtige Ergänzung des

 

 

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