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eiche [Donareiche] in Geismar ein und stellte Fritzlar als von Bonifatius im Jahre 724 gegründete Missionsstation heraus. Fritzlar ist damit noch 20 Jahre älter als das Kloster Fulda! Bonifatius gründete um 741/42 die Bistümer Würzburg, Erfurt und Büraberg. Der Büraberg wurde neben seiner militärischen Bedeutung als Bollwerk gegen die heidnischen Sachsen auch zu einem christlichen Kultmittelpunkt. Das Bistum wurde aber schon etwa fünf Jahre nach seiner Gründung aufgehoben und dem Bischof von Mainz unterstellt. Fritzlar, in dessen Mauern 919 Heinrich der Vogler zum ersten deutschen König gewählt wurde, blieb bedeutend vor allem auch bei den Kämpfen Kaiser Heinrichs IV. gegen die Sachsen in der Mitte des 11. Jahrhunderts. Fritzlar blieb bei Mainz, obwohl es immer in Kämpfe mit den Landgrafen von Thüringen und Hessen verstrickt war, bis 1803 es an Kurhessen fiel.

Anschließend führte Küster Matthäi in eindrucksvoller Weise durch den Dom. Die Stiftskirche St. Peter hatte als Vorgängerbau einen Holzbau, der aus den Resten der von Bonifatius in Geismar gefällten Donareiche stammen soll und 732 in einen Steinbau umgewandelt wurde, dessen Reste man 1916 bei Ausgrabungen feststellte. 1970 wurde eine Westapsis freigelegt, die Bonifatius wohl für sich als Grablege gedacht hatte; nach der Gründung des Klosters Fulda bestimmte er jedoch Fulda als seine Grablege. Wigbert, erster Abt des Klosters Fritzlar, weihte 732 die Kirche in Fritzlar, in deren Hauptkrypta er begraben ist. 1079 wurde die Kirche bei den Kämpfen Kaiser Heinrichs IV. mit Rudolf von Schwaben zerstört. 1180 wurde eine dreischiffige romanische Basilika mit einer Holzdecke errichtet. 1243 folgte nach einer Teilzerstörung der Kirche im Jahre 1232 ein Umbau, den man als den heutigen Bau ansehen muß. Basilika mit Krypta, Querschiff, doppeltürmiger Westfront und Vorhalle bilden den heutigen Domkomplex. Anstelle des Benediktinerklosters Fritzlar trat ein Chorherrenstift, das 1803 aufgelöst wurde. Matthäi führte die Exkursionsteilnehmer auch durch die Krypta, wies auf das Hochgrab des Abtes Wigbert hin, zeigte die 1916 gefundene Figur des hl. Petrus und den dreiteiligen Kreuzgang mit wertvollen Truhen aus der Zeit vom 13. bis zum 18. Jahrhundert. Zuletzt besichtigten wir den Domschatz, vor allem das Heinrichskreuz, eine Schenkung Kaiser Heinrichs II. von 1020 aus der Schule Rogers von Heimarshausen, mit Edelsteinen, Gemmen und Perlen besetzt.

 

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