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ZV Kassel:

Auf Entdeckungsreise durch Süd-Thüringen

Nachdem der Kasseler Zweigverein des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde bereits zu DDR-Zeiten die bürokratischen Schwierigkeiten in Kauf nahm und regelmässig Fahrten ins Nachbarland Thüringen veranstaltete, um die Zeugen gemeinsamer Geschichte nicht aus den Augen zu verlieren, setzt der Verein dieses Angebot jetzt erst recht fort; daß es noch viel in der hessischen Grenzregion von Thüringen neu zu entdecken gibt, zeigte auch die jüngste Fahrt am 10. Juni unter Leitung von Helmuth Breiter.

Erstes Ziel dieser Fahrt war Bad Salzungen, zwischen dem Thüringer Wald und der Rhön gelegen, das schon keltischen Ursprungs ist und 775 erstmals erwähnt wurde. Damals wurde der Zehnte der königlichen "Villa Salsunga" dem Kloster Hersfeld geschenkt. Bei einem Rundgang um den 10 Hektar großen Einbruchs-See wurde daran erinnert, daß man im Jahre 1800 auf die heilsame Wirkung der Sole aufmerksam geworden war. Besucht wurden das 1790 errichtete Rathaus und der aus dem 17. Jahrhundert stammende Haunsche Hof.

In Walldorf besichtigten die Teilnehmer der Entdeckungsreise die historisch bedeutendste Kirchenburg des Werratales, die aus einer Burganlage des 12. Jahrhunderts hervorging und womöglich an der Stelle eines fränkischen Königshofes steht. In dem bis zu sechs Meter aufragenden Mauer-Quadrat haben sich die Ecktürme und der Bergfried erhalten, der zum Turm der kleinen Saalkirche umgebaut wurde. Das Innere des gotischen Kirchenraumes umziehen zweigeschossige Emporen. Umfangreiche Sanierungsarbeiten sind zur Zeit an der Kirchenburg im Gange. Ein besonderes Erlebnis war der Besuch des Hennebergischen Museums Kloster Veßra, das zu den größten Kultur- und Bildungsstätten im Landkreis Hildburghausen gehört. Auf dem Klostergelände hatte man im Jahre 1975 ein "Agrarhistorisches Museum des Bezirks Suhl" gegründet mit einst vordergründig agrarpolitischer Aufgabenstellung. Das heutige Museum widmet sich nunmehr verstärkt der Forschung der Geschichte des ehemaligen Prämonstratenser-Chorherrenstiftes, der Regionalgeschichte des Henneberger Landes und der Volkskunde in dieser kulturgeschichtlich eigenständigen Region zwischen Thüringer Wald, Rhön und Grabenfeld. Auf dem sechs Hektar großen Museumsgelände, das noch vollständig von der alten Klostermauer eingefriedet ist, befinden sich als

 

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