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Melsungen in der Zeit des Siebenjährigen Krieges (1756-1763)

 

Nachdem sich die Landgrafschaft Hessen-Kassel unter Landgraf Wilhelm VIII. (1751-1760) mit Preußen und England gegen Österreich, Frankreich und Rußland im Kampf um die Vorherrschaft in Deutschland 1756 verbündet hatte, wurde auch Hessen und damit auch Melsungen Kriegsschauplatz in dem sog. 7-jährigen Krieg. Wie uns das Tagebuch des Melsunger Kaufmanns Conrad Jakob Hüter verrät, erlebte Melsungen im Januar 1757 den ersten Truppendurchzug. Nach einer Niederlage englischer Truppen durch die Franzosen bei Hastenbeck/Hameln am 26.7.1757 besetzte die französische Armee unter Herzog von Richelieu das Hessenland und der Ruf "Die Franzosen kommen" schallte durch Melsungen. Die Bürger vergruben ihre Wertsachen, versteckten Kleider, Zinn- und Silbersachen, das Vieh wurde in den Wald getrieben. Die Franzosen kamen, brachten aber ihre Lebensmittel schon mit, waren froh, ein anständiges Quartier zu bekommen.

Jedoch verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Eroberern und Einheimischen immer mehr. Im Melsunger Ratskeller zogen die Soldaten einfach die Hähne aus den Fässern, übertriebene Getreideforderungen der Franzosen, von dem im Dienste der Kasseler Regierung stehenden Rentmeister Karl Ludwig Reichel unterstützt, Hafer- und Heulieferungen und eine gewaltige Kriegssteuer, von Herzog de Broglie erhoben, bedrückten die Stadt. 1758 wogte der Kampf hin und her. Im März 1758 zogen die Franzosen aus Melsungen ab, Landgraf Wilhelm VIII zog am 6.5.1758 in Kassel wieder ein. Herzog Ferdinand von Braunschweig, Oberbefehlshaber deutscher und englischer Truppen, schlug bei Krefeld am 26.6.1758 die Franzosen, brach am 22.3.1759 von Münster gegen Hessen auf, zog am 25.3.1759 in Melsungen ein. Er kam mit 14 Stabsoffizieren, 83 Offizieren, 1602 Mann und 645 Pferden, hinzu kam noch der Prinz von Isenburg mit 52 Offizieren und Mannschaften und 150 Pferden, auch waren noch Gefangene zu versorgen, so daß am 9.4.1759 2700 Mann in kaum 300 Häusern und 530 Pferde unterzubringen waren.

Dann wurde Herzog Ferdinand von den Franzosen bei Bergen am 13.4.1759 geschlagen, hessische Verwundete aus dieser Schlacht kamen nach Melsungen, sie brachten Seuchen mit, so daß unter der Mel- [Melsunger]

 

 

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