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sunger [Melsunger] Bevölkerung 1758 70, 1759 gar 140 Menschen an den Seuchen starben.

Im Mai 1759 waren die Franzosen wieder da. Sie forderten eine Kriegssteuer von 10379 Talern. In 1758 waren allein in Melsungen 65 Stabsoffiziere, 717 Subalternoffiziere und 15056 Mann des französischen Heeres einquartiert gewesen. Der französische Prinz von Soubise besetzte am 27.9.1759 Melsungen, er schickte Soldaten aus, um Bohlen und anders Holzwerk für eine Schiffsbrücke über die Fulda bei Kassel aufzutreiben. Die Soldaten nahmen den Melsunger Schreinern alle Dielen in den Scheuern weg, zechten bei Bürgermeister Reimmann, als der Ruf erscholl "Die hannoverschen Jäger kommen!" Hals über Kopf flohen die Franzosen gen Kassel und ließen alles Holzwerk zurück. Soubise gab Ende November 1759 Kassel auf.

Am 23.11.1759 rückten hessische Jäger in Melsungen ein, die Franzosenherrschaft war für eine Zeitlang unterbrochen. Bei ihrem Rückzug nahmen die Franzosen den Melsunger Kammerherrn von Wurmb und den Metropolitan Krafft als Geiseln, aber die leichten Reiter von Herzog Ferdinand jagten ihnen die Geiseln bei Altmorschen wieder ab. Im Dezember 1759 wohnte er im Melsunger Schloß. Im Jahre 1760 wurde viel Holz geschlagen für die hessische Besatzung, staatliche Vorratshäuser für Getreide, Heu und Stroh wurden eingerichtet. Herzog Ferdinand mußte sich nach Norden zurückziehen, und die Franzosen unter Graf Stainville besetzten am 30.7.1760 die Stadt. Damals mußten 12 Ochsen, 38 Säcke Hafer, 8 Tonnen Bier, 5 Fässer Branntwein und 400 Brote geliefert werden, später nochmals 4 Ochsen, 68 Sack Hafer, 12 Tonnen Bier und 6 Faß Branntwein. 1760 starben 177 Menschen in Melsungen, jeder 11. der Gesamtbevölkerung. Der alte Bürgermeister Reimmann bekam, weil er nicht gleich Wagen und Pferde bereitgestellt hatte, 50 Stockschläge durch die Franzosen verpaßt, an deren Folgen der 1760 starb.

Nach vorübergehendem Abzug der Franzosen am 16.2.1761 waren sie Ende Mai 1761 schon wieder da. Die Melsunger Bürger verarmten zusehends.

Anfang September 1761 lagen 250 Kranke im Melsunger Schloßlazarett, von denen viele starben. Französische Offiziere drangsalierten die Melsunger Bürger, wenn sie nicht das bekamen, was sie wollten, prügelten sie sogar die einzelnen Bürger mit dem Stock, bezahlen wollten sie die

 

 

 

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