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geforderten Lebensmittel nicht. Am 21.9.1761 verließen die Franzosen wieder die Stadt, und am 22.9.1761 waren die Verbündeten wieder zurückgekehrt. Aber sieben Tage später waren die Franzosen wieder da. Sie verlangten von den Bürgern, Heu in 18-pfündige Bündel zu packen und es auf Schiebekarren nach Kassel zu fahren oder es in Tücher zu binden und dorthin zu tragen, was die Melsunger am 10.10.1761 auch taten. Wer mit der Heuabgabe in Rückstand geriet, wurde in den "Totenkasten" am Brückentor als Geisel gebracht, bis die Forderungen der Franzosen erfüllt waren. Die Franzosen nahmen dann im Juni 1762 eine Stellung von Albshausen bis zum Heiligenberg unter Stainville ein. Herzog Ferdinand zwang aber die Franzosen am 26.7.1762, sich in Richtung Melsungen zurückzuziehen, die dann an Melsungen vorbei über Schwarzenberg den Huth- und Galgenberg ansteuerten, um dort ein mit Kanonen verschanztes Lager aufzubauen. Auch die Tore der Stadt wurden fest verrammelt. Der englische General Lord Gramby rückte nach, stellte Batterien am Ernstberg über Obermelsungen, auf dem Kolberg, der Leimenkaute, dem Kesselberg auf. Am 11.8.1762 schickte Herzog Ferdinand Lord Gramby mit Kavallerieregimentern auf die Höhe bei Elfershausen. Am 8.9.1762 wurde Melsungen von den Verbündeten um die Mittagszeit beschossen, was zu erheblichen Beschädigungen führte. Am 11.9.1762 kam es zur Feuereinstellung, am 17.8.1762 zogen die Franzosen nach erfolgreichen Waffenstillstandsverhandlungen über Adelshausen und Altmorschen ab. Kassel ergab sich am 1.11.1762. Am 15.11.1762 war Waffenstillstand, Melsungen hatte seine Ruhe wieder. -

Herbert Simon

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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