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Begriff einer interdisziplinären „Geschichtlichen Landeskunde“, deren ganzheitliche Erfassung „historischer Landschaften" über die bloße Summe von Ergebnissen einzelner Forschungsfächer weit hinausging. Georg Landau wurde am 26. Oktober 1807 in Kassel als Sohn des aus Frankenberg stammenden Schuhmachermeisters Johann Arend Landau geboren. Sein Vater hatte in Kassel die Schuhmachertochter Anna Elisabeth Meyer geheiratet und dort die Werkstatt übernommen. Bereits sein Urgroßvater, 1653 in Sontra als Müllerssohn geboren, hatte das Schusterhandwerk nach Frankenberg mitgebracht, als er dort die Tochter eines Braumeisters heiratete.

Diese ländlichen, handwerklichen Verhältnisse ließen kaum zu, dass der hoch begabte Georg Landau eine akademische Ausbildung bekam, zumal sein Vater auch schon sehr früh starb (1824). Als Anwaltsschreiber half der junge Mann zunächst, seine Geschwister mit zu versorgen, ging aber mit 19 Jahren schon täglich in der Kasseler Bibliothek und im Hofarchiv ein und aus, traf unter anderem mit den berühmt gewordenen Bibliothekaren Jacob und Emil Grimm zusammen. Schon bald wurde der „Privatgelehrte G. Landau" mit Sichtungs- und Ordnungsarbeiten in nordhessischen Archiven eingesetzt, stets gefördert von Archivdirektor Christoph von Rommel (1781-1859), doch den Titel „Archivrat" erhielt er erst ein Jahr vor seinem Tod zuerkannt. Sein Lebenswerk mit unzähligen Aufsätzen und Büchern aus den verschiedensten historischen Forschungsbereichen, die geschichtliche und kulturelle Erscheinungen ganzheitlich in sichrem komplexen Zusammenwirken begreifen, kann hier nur angedeutet werden.

Antiquarisch sind die Originalausgaben Georg Landaus heute kaum noch zu bekommen, wurden sie im 19. Jahrhundert doch teilweise nur in loser Broschur ausgeliefert. Deshalb stellte sich der Historiker und Verleger Dieter Carl (Vellmar) im Rahmen seiner Buchreihe „Historische Edition" die Aufgabe, Landaus Standardwerke als Faksimile-Nachdruck in bibliophiler Aufmachung mit Fadenheftung, wie sie früher nur Privatsammlern vorbehalten war, herauszugeben.

Karl-Hermann Völker

 

Die Bande von Georg Landau: „Wüsten Ortschaften“ (423 Seiten, 99 DM), „Beschreibung des Hessengaues“ (280 Seiten, 84 DM),

„Beschreibung des Kurfürstenthums Hessen“ (672 Seiten, 129 DM)

„Die hessischen Ritterburgen“ (1680 Seiten in vier Bänden, 429 DM) sind direkt beim Verlag Historische Edition Dieter Carl, Obervellmarsche Str. 60, 34246 Vellmar zu beziehen.
  

 

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