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Rätsel gelöst?

 

In Heft Nr. 37 unserer „MHG" stellten wir auf Seite 36 eine Abbildung vor mit offensichtlich dazu gehöriger Legende in japanischer Schrift, die nicht zu identifizieren war. Herrn Hans Friauf aus dem ZV Schwalm hat es nicht ruhen lassen, die Herkunft von Text und Abbildung zu erforschen. Er wandte sich an das „Japan-Zentrum der Philipps-Universität Marburg" und erhielt folgende Antwort:

 

„Sehr geehrter Herr Friauf,

gerne sind wir Ihnen behilflich, das „Rätsel" der Abbildung einer nordhessischen Stadt lösen zu helfen.

Es handelt sich um eine Abbildung aus einer bekannten japanischen Veröffentlichung aus dem Jahre 1878 mit dem Titel "Tokumei zenken taishi: Bei-o kairan jikki" (übersetzt etwa: „Die tatsächlichen Begebenheiten auf der Reise einer speziellen Gesandtschaft durch Amerika und Europa"). Die Schriftzeichen an der Seite lauten „Ansicht von Hessen-Kassel". Gemeint ist damit wohl Kassel, mit einiger Phantasie läßt sich in der Bildmitte auch die Wilhelmshöhe in Kassel erkennen.

Die im Titel der Veröffentlichung genannte Gesandtschaft ist in der Literatur besser bekannt unter dem Namen „Iwakura Mission". Diese Gesandtschaft, der mehrere hochgestellte Persönlichkeiten aus japanischen Regierungskreisen angehörten, umfaßte etwa 50 Personen. Sie reiste im Dezember 1871 aus Japan ab und besuchte zunächst die USA, dann England, um anschließend (also im Jahre 1872) den europäischen Kontinent zu bereisen. Praktisch alle Staaten des damaligen Europa standen auf dem Besuchsprogramm, auch Deutschland. Über Köln reiste man zunächst nach Berlin, dann teilte sich die Gesandtschaft und man besuchte Rußland, Nord-Deutschland und fuhr dann auch nach Italien etc. Bei dieser Gelegenheit kam man auch durch Hessen. Die Ansicht von Kassel dürfte allerdings nicht nach der Natur gemacht worden sein (soviel Zeit nahm man sich nicht), sondern wohl nach einer damals von der De- [Delegation]

 

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