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Auguste von Hessen-Philippsthal-Barchfeld

Prinzessin Auguste, eine geborene Prinzessin von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, heiratete im reifen Alter von 40 Jahren im Jahre 1884 Prinz Wilhelm von Hessen-Philippsthal-Barchfeld (1831-1890) als dessen vierte Gemahlin. Vier Jahre zuvor war Prinz Wilhelm in einem langen Rechtsstreit gegen Preußen über Erbabsprüche aus dem vormals kurhessischen Fürstenhaus das Schloss zu Rotenburg mit Zubehör, jedoch ohne Emanuelsberg und Schlossbleiche und ohne die in der Neustadt liegenden alten und neuen Landvogteigebäude, zugesprochen worden. Nach einer Renovierung wohnte ab 1887 mit Prinz Wilhelm, seiner Gemahlin, den Kindern aus dessen zweiter Ehe Bertha und Chlodwig sowie dem Baby Prinz Christian wieder ein fürstliches Paar im Schloss zu Rotenburg - die letzte Landgräfin von Hessen-Rotenburg war im Jahre 1835 ausgezogen. Während Prinz Wilhelm bereits 1890 verstarb, konnte Prinzessin Auguste während ihrer über 40jährigen Witwenzeit sich tatkräftig um soziale Einrichtungen in Rotenburg kümmern. Sie wirkte als Schirmherrin von Wohltätigkeitsveranstaltungen, verwendete sich im Ersten Weltkrieg für die Pflege der Verwundeten und richtete dazu im Jahre 1914 im Schloss ein Genesungsheim für Frontsoldaten ein. Prinzessin Auguste war eine talentierte Malerin; ihre Bilder verschenkte sie gerne für Wohltätigkeitszwecke oder als Dank an Freunde, Helfer oder Bedienstete. Bei den Rotenburgern war sie sehr beliebt. Von ihren Gemälden konnte der ZV Rotenburg bislang elf in Amtsstuben oder Wohnzimmern ausfindig machen. Mit einer kleinen Photoausstellung von Ölgemälden, die die Prinzessin gemalt und verschenkt hatte, ehrte sie der Zweigverein im Rahmen des Vortragsabends.

 

Kanzlei-Direktor Johann Christoph Kalckhoff

Viele interessante Details über die Rotenburger Quart verdanken wir dem Kanzlei-Direktor in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts Johann Christoph Kalckhoff. Kalckhoff wurde am 20. August 1684 als älterer von zwei Söhnen des Kaufmannes und Hospitalprovisors Johann Adam Kalckhoff (1656-1714) und dessen Ehefrau Anna Gertrud geb. Dilcher (1662-1722) in Homberg an der Efze geboren. Seine Vorfahren waren zumeist Pfarrer; sein jüngerer Bruder praktizierte später als Arzt in Duisburg. Johann Christoph Kalckhoff studierte ab 1704 in Marburg Jura, dann in Halle und schließlich in Erfurt, wo er im Jahre 1706 promoviert wurde. Im Jahre 1708 trat er in der fürstlichen (Quart-)Kanzlei in Rotenburg eine

 

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