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men [Wachtürmen] , von denen heute nur noch der Eulenturm hinter dem Junkerhof erhalten ist, mit besonders festem „Obertor “ , 1445-1456 durch den Bau des „Rundturms“ noch verstärkt, und einem „Untertor", bei dem zur Siche rung die naturgegebene Losseniederung ei nbezogen wurde. 1330 ist Lichte nau ein „festes Schlo ß“ und Landgraf Heinrich II. von Hessen der Herr der Stadt.

Der Name „Lichtenau" entsprach den örtlichen Gegebenheiten - im 17. Jh. tauchte kurzzeitig der Name „Leuchtenau“ auf. Bei der 600-Jahrfeier 1889 wurde die Stadt in „Hessisch" Lichtenau umbenannt, denn seit 1866 gehörte sie - wie ganz Kurhessen - zu Preußen, und in diesem Königreich gab es meh rere Orte des Namens „Lichtenau“ .

 

Eine Stadt der Ackerbürger und Leineweber

Von Anfang an war Lichtenau ein Ackerbürgerstädtchen, dessen Bürger - um 1450 etwa 684 Einwohner - sich von der Landwirtschaft, von Handwerk und Gewerbe kärglich ernährten. Eine besondere Rolle spielten die Leineweber, die in der Mitte das 18. Jhs. eine Blütezeit des Leinengewerbes über die beiden Handelshäuser Reimann und Seitz erlebten. Die Ausfuhr erfolgte vorwiegend nach Westindien. Um 1850 gingen beide Großhandlungen ein, weil sie der überseeischen Konkurrenz nicht mehr gewachsen waren.

Der Hauptbau der Kirche war um 1350, die Sakristei 1415 fertiggestellt. Die Lichtenauer Stadtkirche wurde der hl. Katharina geweiht. In Notzeiten wurde auch die Kilianskirche in Vortriden genutzt (1826 abgebrochen). Nach der Kreuzkirche, einer 1526 geschlossenen Eigenkirche der Herren von Meisenbug, ist der „Kreuzrasen“ benannt. Von den Burgmannen, die für den landgräflichen Schutz in der Stadt sorgten, erlangten die Herren von Meisenbug 1428 eine besondere Machtstellung, als der hessische Landgraf ihnen das gesamte Burglehen übertr ug. Sie erbauten den „Junkerhof“ als ihren Herrensitz auf dem Platz der kurz vorher abgebrochenen landgräflichen Burg in der Hintergasse. Der bedeutendste von ihnen, Georg v. Meisenbug, liegt in der Stadtkirche begraben, von Landgraf Moritz dem Gelehrten mit einer eigenhändigen Grabinschrift in Hexametern wegen seiner großen Verdienste um den Hof in Kassel besonders geehrt. Bedeutsam für die Entwicklung der Stadt Lichtenau war um 1500 die Erweiterung zum Amt Lichtenau, wodurch das bisherige Amt Reichenbach mit einer Reihe von Ortschaften und Gerichtsstätten in Reichenbach, Fürstenhagen, Hollstein und Velmeden/Hausen in das neue Obergericht Lichtenau überging.

 

 

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