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Das Titelbild
Als die amerikanische Armee am Karsamstag
1945 in das Werratal vorstieß,
waren die wenigen deutschen Truppen
völlig überrascht: Die Amerikaner kamen
nicht wie erwartet über die Straße
aus Richtung Friedewald oder Heimboldshausen,
sondern zwischen beiden
Straßen über den (Limmes-)Berg. Die
insgesamt sieben, in dem kleinen Ort
Wölfershausen stationierten deutschen
Panzer brachten sich noch rechtzeitig in
Stellung und die wenigen Soldaten zogen
sich eilig in zuvor ausgehobenen
Schützenlöcher zurück. Eine Verteidigung
des Ortes wurde jedoch durch amerikanische
Jagdbomber zunichte gemacht,
denn diese gaben die Positionen
der deutschen Bodentruppen über Funk
an die amerikanischen Bodentruppen
weiter. Schnell war klar, dass gegen die
amerikanischen Streitkräfte kaum etwas
auszurichten war. Deshalb entschied sich
der 19-jährige Sudete Erich Sauter, der
Richtschütze auf einem der sieben Panzer
war, mit der letzten Granate den
Geschützturm abzusprengen, so dass der
Panzer nicht unversehrt in die Hände der
amerikanischen Armee fallen konnte.
Nachdem er sich versichert hatte, dass
alle Kameraden in Sicherheit waren,
sprengte der Richtschütze in der Nähe
des Panzers stehend den Geschützturm.
Als Erich Sauter versuchte, die schützende
Deckung zu erreichen, wurde er
von Teilen des Geschützturmes tödlich
getroffen, konnte aber erst drei Tage
später in Wölfershausen beigesetzt werden.
Nach etwa drei Jahren ließ die
Schwester des Richtschützens dessen
sterbliche Überreste ins Sudetenland
umbetten.
Der Wölfershäuser Herbert Herrigt, der
noch wenige Stunden vor dem Unfall
mit dem Richtschützen gesprochen hatte,
schoss das Titelbild nur einige Wochen
später, als sich das Leben im Werratal
bereits wieder – soweit möglich – normalisiert
hatte. Es zeigt vier Konfirmanden
des Konfirmationsjahrganges 1944
aus (Heringen-) Wölfershausen (v.l.
oben: Georg Frodermann, Georg Führer,
v.l. unten: Fritz Mohr, Ludwig Mohr). In
den nächsten Monaten wurde immer
wieder versucht, das Wrack zu zerlegen.
Doch es sollte etwa drei Jahre dauern,
bis die Nachkriegstechnik wirklich soweit
war, um an den dringend benötigten
Rohstoff zu gelangen,
Herbert Herrigt/Dagmar Mehnert
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