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nächst mit einem Festakt über seiner
Grablege in der Kasseler Martinskirche
eröffnet. Die Reihe der prominenten Gratulanten,
Dr. Martin Hein, Bischof der
Evangelischen Kirche von Kurhessen-
Waldeck, Staatsminister Volker Bouffier
als Vertreter des Schirmherrn Ministerpräsident
Roland Koch und Professor Dr.
Peter Steinacker, Kirchenpräsident der
Evangelischen Kirche von Hessen-
Nassau, würdigten Philipp den Großmütigen
als Stifter der Hessischen Landeskirchen
und als tatkräftigen Staatsmann,
der das Wohl seiner Untertanen im Auge
behielt. Darauf folgte ein anspruchsvolles
sinfonisches Konzert der Philharmonie
Merck aus Darmstadt und der Kurhessischen
Kantorei Marburg unter der Leitung
von Landeskirchenmusikdirektor
Martin Bartsch. Hierbei lag der Schwerpunkt
auf klassisch-romantischen Chor-
Orchesterwerken von Mendelsohn-Bartholdy,
Mozart und Reger, deren Rezeption
von Originalmelodien Martin Luthers
den besonderen Reiz des Konzerts
ausmachten und eine Brücke zu Landgraf
Philipp und zur Reformationszeit schlugen.
Die gelungene aufwendige Organisation
des feierlichen Abends ist dem
Gesamtverband der Evangelischen Kirchengemeinden
in Kassel unter der Leitung
von Dekan Jürgen Renner und Dr.
Willi Temme, als Pfarrer der Kirchengemeinde
St. Martin, zu danken.
Am Samstag, den 18. September, standen
die historische Forschung über Philipp
den Großmütigen und deren museale
Präsentation im Mittelpunkt. Zunächst
richteten die Referenten des wissenschaftlichen
Symposiums Landgraf Philipp
der Großmütige prägt Hessen ihr
Augenmerk auf das Verhältnis des Landesfürsten
zu seinen Untertanen. Die
Vortragsreihe im Bürgersaal des Kasseler
Rathauses, die von der Universität Kassel
und der Hessischen Kirchengeschichtlichen
Vereinigung unter der Leitung von
Professor Dr. Heide Wunder und Professor
Dr. Herbert Kemler ausgerichtet wurde,
griff wichtige Stationen im Leben des
Landgrafen auf: Die Durchsetzung der
eigenen Herrschaftsansprüche durch den
jungen Philipp, die Annahme des evangelischen
Bekenntnis, Integration und Ausgrenzung
von Täufer und Juden, Folgen
und Gründe der Doppelehe sowie seine
Memoria im monumentalen Epitaph. Am
Abend wurde dann im Stadtmuseum die
Sonderausstellung Die Haupt- und Residenzstadt
Kassel zur Zeit Philipps des
Großmütigen mit einem Empfang der
Stadt Kassel feierlich eröffnet. Die von
Museumsdirektor Karl-Hermann Wegner
und den Kuratoren Christian Philipsen
und Dr. Jörg Westerburg erarbeitete Ausstellung
war auf zwei Themenschwerpunkte
ausgerichtet. Im ersten Teil wurde
das reiche religiöse Leben im spätmittelalterlichen
Kassel dargestellt und die
Rolle Kassels als Zentrum der Reformation
in Hessen unter Landgraf Philipp
thematisiert. Der inneren Verfassung und
der äußeren Gestalt Kassels sowie den
Lebensverhältnissen der Stadtbürger widmete
sich der zweite Abschnitt. Die zum
ersten Mal in einem größerem Umfang
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