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gezeigten Funde archäologischer Grabungen
erlaubten einen spannenden Blick
in die Wohnstuben des 16. Jahrhunderts.
Zum Festgottesdienst am Sonntagmorgen,
den 19. September, kamen mehrere
Hundert Besucher in die Kasseler Martinskirche.
Musikalischer Glanzpunkt des
Gottesdienstes war die von Kirchenmusikdirektor
Prof. Hans Darmstadt mit
Teilnehmern einer „Akademietagung
zum Mitsingen“ in Hofgeismar erarbeitete
Bachkantate über den Choral Ein feste
Burg ist unser Gott von Martin Luther.
Dieses Motto der Reformationszeit griff
auch Bischof Dr. Martin Hein in seiner
Festpredigt auf. Er verglich das beherzte
Vorgehen, mit dem Landgraf Philipp der
Großmütige die Reformation in Hessen
umsetzte, mit der theologischen Dramatik,
die in Luthers Worten deutlich wird.
Im Anschluss fand in der Martinskirche
ein weiterer Festakt statt, der nun in den
Tag der Hessischen Landesgeschichte
überleitete. In seiner Gruß- und Dankesrede
wies der Vorsitzende des VHG Dr.
Hans-Jürgen Kahlfuß darauf hin, dass im
Jahr 2004 auch das 170-jährige Bestehen
des VHG gefeiert werde. Die Veranstaltungen
des Philippsjahres könnten daher
als Geburtstagsgeschenk für den Verein
angesehen werden. Zugleich dankte Dr.
Kahlfuß den Organisatoren der zentralen
Gedenkveranstaltung für ihren Einsatz
und würdigte die Kooperation der daran
beteiligten Institutionen. Darauf folgten
die Grußworte der einzelnen Vertreter:
Bürgermeister Thomas-Erik Junge sprach
für die Stadt Kassel, Prof Dr. Rolf-Dieter
Postleb für die Universität, Prof. Dr.
Friedrich Battenberg für die Hessische
Kirchengeschichtliche Verinigung und
Karl-Hermann Wegner für den gastgebenden
ZV Kassel. Im anschließenden
Festvortrag über Landgraf Philipp der
Großmütige. Fürst, Staat und Kirche im
Umbruch vom Mittelalter zur Neuzeit
unternahm Professor Dr. Eckhart G.
Franz, korrespondierendes Mitglied des
VHG, eine Gesamtbewertung der Leistungen
Philipps.1 Mit einer Reihe von
Führungen zum frisch restaurierten Philipps-
Epitaph in der Martinskirche, zu
den Kirchen und Klöstern der Stadt Kassel,
zum Stift Kaufungen und durch die
Ausstellung im Stadtmuseum, gehalten
von Mitglieder des ZV Kassels, wurde
die zentrale Gedenkfeier am Sonntagnachmittag
beendet.
Für den großen Erfolg und den reibungslosen
Ablauf des Philippswochenendes
ist neben den genannten Mitgliedern der
Organisationsgruppe v.a. den vielen freiwilligen
Helfern aus den Kasseler Kirchengemeinden,
aus dem ZV Kassel und
der Universität zu danken. Zudem sollte
nicht verschwiegen werden, daßssdie
immensen Kosten des breitgefächerten
Programms in Höhe von 22.000 Euro zu
gleichen Teilen vom VHG (Hauptverein)
und von der Evangelischen Kirche von
Kurhessen-Waldeck getragen wurden.
Der Verein hatte sich bereits 2002 entschlossen
neben der Zentralveranstaltung
nur dezentral zu feiern. Vom Hauptverein
1 Vgl. ZHG 109 (2004), S. 1-12.
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