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stellung eröffnet. Hier stellte mit Jan
Martin Lies ein Nachwuchswissenschaftler
der Universität Marburg seine Forschungsergebnisse
zu den Selbstzeugnissen
Landgraf Philipps des Großmütigen
dem interessierten Publikum im überfüllten
Saal vor. Unterstützt von der Hessischen
Ritterschaft und der Gemeinde
Kaufungen steuerte der dortige ZV zum
Philippsjubiläum einen eigene Ausstellung
im Regionalmuseum „Alte Schule“
bei, die am 8. Mai 2004 eröffnet wurde.
Darin dokumentierte der Museumsleiter
und ZV-Vorsitzende Winfried Wroz
Philipps Leistungen als Förderer der Hessischen
Montanindustrie. Neben dem
Rechnungsbuch des Stiftes Kaufungen
von 1539, in dem auch die Ausgaben für
die Bewirtung des Landgrafen festgehalten
wurden, zeigte die Ausstellung v.a.
Objekte zur Messingverarbeitung in der
Region Söhre-Kaufungen. In Rotenburg
wurde in Zusammenarbeit von ZV und
dem Evangelischen Kirchenkreis am 19.
und 20. Juni wiederum die Wanderausstellung
mit einer Reihe von Festveranstaltungen
eröffnet, eingeleitet von einem
Konzert am Samstagabend mit Musik der
Reformationszeit. In der „Stadt der Doppelehe“,
so der Festvortrag von Dr.
Wolfgang Breuel, drehte sich alles um
die Beziehung Philipps zu Margarethe
von der Saale. Bischof Dr. Martin Hein
bezeichnete dabei in seiner Predigt während
des Festgottesdienstes die Gewissenentscheidung
des Einzelnen als ein
Geschenk der Reformation. Auch als
Landgraf Philipp die Doppelehe einging,
sei er von seiner Gewissensnot getrieben
worden, da er aufgrund seiner evangelischen
Überzeugung das biblische Verbot
des Ehebruchs achtete.
In Witzenhausen wurde ebenfalls vom
ZV und der Evangelischen Kirchengemeinde
eine gemeinsame Festwoche zu
Ehren Philipps des Großmütigen veranstaltet.
Eingeleitet wurde das Programm
am 6. Oktober mit einem Vortrag vom
Witzenhausener Dekan Hans-Dieter Credé
über die von Philipp begründete Hessische
Stipendiatenanstalt. Der Referent,
selbst ehemaliger Stipendiat in Marburg,
erklärte, dass Philipps Gründung darauf
abzielte, die eigene Beamten- und Pfarrerschaft
selbst auszubilden. Am 8. Oktober
folgten ein Festkonzert mit Musik
der Renaissance durch das Ensemble
Helikon aus Bremen. Höhepunkt und
Abschluss war der Festakt am 9. Oktober
in der Witzenhausener Liebfrauenkirche,
wo der thüringische Landeshistoriker Dr.
Rainer Jonscher aus Jena über die Bedeutung
Philipps für die thüringische Geschichte
referierte. In Witzenhausen wurde
Mit dem Glauben Staat machen in der
örtlichen Gesamtschule gezeigt, um so
die Zielgruppe der Wanderausstellung
besser zu erreichen. Nach einer intensiven
Vorbereitung durch Arbeitsgemeinschaften
und Schülerreferate konnten
sich die Schüler am 6. Oktober als Museumsführer
üben und ihr Wissen über
Philipp den Ausstellungsbesuchern mitteilen.
In Schmalkalden konnten die Besucher
die meisten Veranstaltungen im Philipps