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Gut zu wissen
wird zur Realisierung und zum Betrieb des TMK, neben einer Aufbau- und BetriebsGmbH, die Gründung und finanzielle Ausstattung einer selbständigen Stiftung durch Stadt, Kreis, Land, Universität und Industrie vorgeschlagen.
Im Masterplan des Hesschen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst von 2005 sind für ein Technik-Museum 39 Mil. Euro genannt. Die Kultur- Stadt- und Wirtschaftspolitik stehen hier in einer Pflicht, die Nordhessen zu neuen Ausstrahlung verhelfen kann (Seite 41 Museumslandschaft Kassel, 2005).
Zukunftsaspekte: Das TMK kann sich auch mit dem nahen, Astronomisch-physikalischen Kabinett mit Planetarium in der Orangerie inhaltlich und vom Angebot her ideal ergänzen, dessen Sammlungszeithorizont bis 1866 reicht. Ludolf von Mackensen, Kassel
Volksempfänger und verbotene Feindsender
Es erklangen Durchhaltemelodien von Zarah Leander oder Filmmusik mit Lilian Harvey, im Kontrast dazu hörte man aber auch Original-Tondokumente aus der Zeit, als das NSRegime den Rundfunk als riesiges Propagandainstrument benutzte und die Massen
mit dem „Volksempfänger" erreichte. Der Frankenberger Kaufmann Heiner Keil hatte ein solches Gerät, mehrere Sender und Empfänger mit allen Röhren und Detektoren eigens für den Zweigverein Frankenberg nachgebaut und machte damit bei einem Vortrag im Kreis-Heimatmusem ein Stück Zeitgeschichte anschaulich und hörbar. Wie der von der NS-Regierung subventionierte deutsche Kleinempfänger, damals im Volksmund ,Goebbelsschnauze" genannt, zur politischen Beeinflussung, während des Krieges auch
ganz bewusst zur Desinformation der Bevölkerung genutzt wurde, belegten Ton- und Bildsequenzen. Heiner Keil machte aber auch sichtbar, welche Stimmungsmechanismen über das Radio mit Musik und Film auf die Bevölkerung einwirkten. In der anschließenden Diskussion meldeten sich zahlreiche
Zeitzeugen zu Wort, die in ihrer Kindheit miterlebt hatten, wie der Volksempfänger auch im Frankenberger Land in den Dörfern bei Hitler-Reden aus Fenstern auf die Straße schallte oder wie er heimlich genutzt wurde, um den wirklichen Kriegsverlauf über verbo
Für seine technischen Demonstrationen im Geschichtsverein hatte der Frankenberger Kaufmann Heiner Keil frühe Empfänger aus der Rundfunkgeschichte sowie diesen originalgetreuen Volksempfänger (rechts) nachgebaut.
(Foto: Völker)
tene ausländische „Feindsender" zu erfahren. Ab 1.9.1939 wurde dies von den Nazis als „Rundfunkverbrechen" verfolgt und hart bestraft. Angeregt durch diesen Vortrag ging Arndt Böttcher (Frankenberg) anhand der noch vorhandenen Prozessakten des OLG Kassel dem Schicksal der drei aus Batten-