Kurhessen-Waldeck ein Exemplar der Publikation zur Information erhalten.
Bekannt ist schon länger die Existenz von über 300 weiteren Fragmenten kirchlicher Provenienz, die seit knapp 100 Jahren als Deposita im Staatsarchiv Marburg liegen und in einem nächsten Schritt erschlossen und digitalisiert werden. Am Ende des Projekts wird eine Datenbank mit allen Fragmenten verfügbar sein.
Bereits im Erscheinungsjahr 2007 finden sich Rezensionen des Werkes in „Aus evangelischen Archiven", ZHG und den „Geschichtsblättern aus Waldeck", die betonen, wie vorbildhaft und beeindruckend schön dieses „Pionierprojekt im Bereich der deutschen evangelischen Landeskirchen" ist.
„Vier Heller für den armen handtwercks pursch" - Kirchenbücher berichten über Migration in Hessen im 16. und 17. Jahrhundert
Am 22. September 2007 fand im Marstall in Hanau-Steinheim das 7. Forum Geschichtliche Landeskunde in Hessen unter dem Thema „Fremdsein - Ankommen in Hessen in Geschichte und Gegenwart" statt. Das Forum wurde vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gemeinsam mit dem Beirat für geschichtliche Landeskunde in Hessen veranstaltet. Das Landeskirchliche Archiv Kassel präsentierte erstmals sein Projekt „Migration in Hessen im 16. und 17. Jahrhundert". Ziel des Projektes, dass in Kooperation mit Prof. Dr. Siegfried Becker, Institut für Europäische Ethnologie der Philipps-Universität Marburg durchgeführt wird, ist die serielle Auswertung von Kirchenbüchern und Kirchenrechnungen unter sozial- und kulturgeschichtlichen Fragestellungen.
Auf acht Ausstellungstafeln wurden in Hanau-Steinheim u. a. die zentralen Quellen des Projekts vorgestellt: Kirchenbücher dokumentieren die Amtshandlungen des Pfarrers in einer Gemeinde (Taufen, Konfirmationen, Trauungen und Beerdigungen). Waren Menschen davon betroffen, die nicht aus dem jeweiligen Ort kamen, wurde meistens die Herkunft vermerkt. Kastenrechnungen geben Auskunft über die Einnahmen und Ausgaben der kirchlichen Gemeindekasse, auch „Gotteskasten" genannt. Eine eigene Rubrik betrifft die Almosen, die an einheimische und an durchreisende Arme ver
teilt wurden. Die Quellen der Frühen Neuzeit weisen die auch heute noch üblichen Formen der Migration auf. Neben Glaubensflüchtlingen (z. B. vertriebene Pfarrer in Zeiten der Gegenreformation) und Kriegsflüchtlingen gab es auch Wirtschafts- und Arbeitsmigranten.
Kirchenbücher in Zeiten von Digitalisierung und Internet www.kirchenbuchportal.de
„Hier entsteht das Kirchenbuchportal der deutschen Kirchenarchive. Zentrale Informationen zu den deutschen Kirchenbuchbeständen über das Internet sind ein seit langem geäußertes Bedürfnis vieler Genealogen. Die an diesem Kirchenbuchportal beteiligten Archive wollen mit der Vernetzung ihrer Informationen das Angebot für die Familienforschung und die wissenschaftliche Forschung nachhaltig verbessern. Das Portal wird zunächst über den Bestand an Kirchenbüchern in deutschen kirchlichen und staatlichen Archiven informieren. In einem weiteren Schritt werden dann detaillierte Kirchenbuchnachweise aufgenommen. Diese Informationen sind allen Interessierten unentgeltlich zugänglich. In einem dritten Schritt soll damit begonnen werden, digitalisierte Kirchenbücher in das Portal einzustellen. Da für dieses Angebot erhebliche Investitionen zu leisten sind, wird der Zugang zu diesen Infonnationen kostenpflichtig sein."
So ist seit Ende Juni 2007 unter www.kirchenbuchportal.de zu lesen. Verantwortlich für das Portal zeichnet der Verband kirchlicher Archive in der Arbeitsgemeinschaft der Archive und Bibliotheken in der evangelischen Kirche (AABevK), ein Zusammenschluss von 65 evangelischen Kirchenarchiven. Seit August 2007 sind die Seiten mit eigenem Logo und inzwischen 25 Visitenkarten zumeist Landeskirchlicher Archive mit Kirchenbuchbeständen abrufbar. Mit den Bistumsarchiven Augsburg, Hildesheim, Limburg und Speyer sind inzwischen vier katholische Archive vertreten. Auch Staatsarchive zeigen bereits Interesse an einer Zusammenarbeit. Das Portal ist ein Ergebnis der Fachtagung „Kirchenbuchnutzung in Zeiten von Digitalisierung und Internet`, die der Verband kirchlicher Archive in Kooperation mit der EKD im Kirchenamt der EKD in Hannover am 25. September 2006 durchgeführt hat. 55 Juristen und Kirchenarchivarinnen bzw. - archive, evangelische wie katholische, diskutier-
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