„Wigand Gerstenberg von Frankenberg 1457-1522. Die Bilder aus seinen Chroniken. Thüringen und Hessen - Stadt Frankenberg", Marburg 2007, 408 S., 87 Farbabb., zahlr. sw Abb., Karten, Pläne, ISBN 3-921254-88-4. Preis € 29,00. Zu beziehen über: Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde, Wilhelm-Röpke-Str. 6C, D-35032 Marburg, Tel. 06421/28 24576, Fax 06421/28 24799, Mail: verlag.hlgl@staff.uni-marburg.de, sowie über den Buchhandel und in der Marburger Ausstellung.
Begleitende Vortragsreihe: „Museumsgespräche" zur Ausstellung „Wigand Gerstenberg und die Bilder aus seinen Chroniken": Jeweils dienstags, 18 Uhr cA., Rittersaal im Landgrafenschloß, Schloß 1, 35037 Marburg
Die Vorträge begleiten die Ausstellung im Universitätsmuseum und werden jeweils unter
besonderer Fragestellung die Bilder der mittelalterlichen Handschriften und weitere Exponate der Ausstellung betrachten. Vorgesehen sind fünf Beiträge aus historischer, kulturgeschichtlicher und volkskundlicher Sicht, die sich jeweils mit besonderen Führungen verbinden:
Di., 17. Juni: Neues zur Vita Wigand Gerstenbergs, Dr. Heinrich Meyer zu Ermgassen, Marburg
Di., 24. Juni: Sankt Elisabeth und ihre Töchter in den Bildern zu Gerstenbergs Chroniken, Prof. Dr. Ursula Braasch-Schwersmann, Marburg
Di., 1. Juli: Über Tische und Bänke. Wohnen in der Burg um 1500, Prof Dr. Siegfried Becker, Marburg, sowie Helme, Lanzen, Heerhaufen. Bilder des Kriegs in Gerstenbergs Chroniken, Dr. Steffen Krieb, Gießen Di., 10. Juli: Die Regententafel des Wigand Gerstenberg, Dr. Heinrich Meyer zu Ermgassen, Marburg Ursula Braasch-Schwersmann, Marburg
Archäologen erwecken den Homberger Marktplatz aus seinem Dornröschenschlaf
Rechtzeitig zum Hessentag wurde der Marktplatz in Homberg neu gestaltet. Dabei wurden Versorgungsleitungen erneuert, gleichzeitig aber auch archäologische Untersuchungen durchgeführt. Die Ausgrabungen, die von Katharina Mohnike und Rainer Nickel im Auftrag des Freien Instituts für Bauforschung und Dokumentation durchgeführt wurden, brachten interessante Funde zutage.
Vor allem die Übereste eines großen Gebäudes ließen die Homberger staunen. Die Grundmauern des Hauses maßen 5 x 16 Meter, also war es sicher kein einfaches Wohnhaus. War es vielleicht der Sitz eines landgräflichen Beamten,
könnte es der städtische Weinkeller oder sogar eine große Kaufhalle gewesen sein? Viele Fragen stellten sich den Archäologen. Da im 30jährigen Krieg entsprechende Urkunden im Rathaus verbrannt sind, ist es schwierig, die Nutzung des Hauses zu bestimmen. In den Ausgrabungswochen drängten sich zahllose Zuschauer an dem Maschendrahtzaun, der die Baustelle umgab, um einen Blick in die Zeit des Spätmittelalters zu werfen. Was konnten sie erkennen? Grundmauern, eine Treppe, einen Kellereingang, aber auch den Reste einer historischen Wasserleitung.
Im Rahmen eines Vortrags des Zweigvereins Homberg stellten die Archäologen die Ergebnisse ihrer Arbeit vor. Sie berichteten, daß die verzierten Ofenkacheln und die Reste von Fensterscheiben, die sie gefunden hatten, auf einen gehobenen Lebensstandard der Bewohner hinwiesen. Auch wenn die Fundstücke spärlich sind, so geben die Grabungen doch Aufschluß über die städtebaulichen Strukturen von vor 500 Jahren.
Luise Ho feld, Homberg
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