Klosterkirchen des 11. Jh. auf und wird als Eigenkirche der Grafen von Reichenbach vermutlich zu einem Eigenkloster gehört haben.
Das neue Buch über die Kloster- und Deutschordenskirche Reichenbach wurde vom Verein für hessische Geschichte und Landeskunde, Zweigverein Hessisch Lichtenau, herausgebracht
Die älteste Kirche ist die C-Kirche, die sich leicht nördlich verschoben von der heutigen Basilika befand. Bei den Grabungen konnten ihr nördliches Fundament sowie die Apsis freigelegt werden. Die aus grob bearbeiteten Bruchsteinen errichteten Fundamente des Massivbaus haben eine Mauerstärke von 0,75 Meter. In den Schichten der C-Kirche gefundene Keramik lässt auf eine Errichtung etwa im 9. Jahrhundert schließen.
Mit der B-Kirche fand sich eine dreischiffige Apsidenkirche, die die C-Kirche um ein mehrfaches übertraf. In ihrer Ausdehnung maß die B-Kirche 15 Meter in der Breite und etwa 25 Meter in der Länge, war demnach nur geringfügig breiter und länger als der heutige Kirchenbau. Ohne ein Querhaus schließen sich an das Langhaus drei unterschiedlich große Apsiden an. Die mittlere Apsis ist die größte und orientiert sich in ihrem Radius an der Brei
te des Mittelschiffes. Nur die stärkeren Fundamente der Apsiden lassen hier auf eine Einwölbung schließen, während das Kirchenschiff seiner nur 0,90 Meter starken Fundamente über eine flache hölzerne Eindeckung verfügt haben wird. Die Dimension der BKirche lässt die Vermutung zu, dass es sich hierbei nicht mehr nur um eine Pfarr- oder Eigenkirche im herkömmlichen Sinne handelt, sondern um eine Stifts- oder Klosterkirche oder eine Burgstifterkirche aus dem späten 10. Jahrhundert.
Die A-Kirche, die in wesentlichen Bestandteilen noch heute in Reichenbach steht, entspricht den Dimensionen des Kirchenschiffs der B-Kirche, wird aber um ein Querhaus mit Rechteckchor ergänzt. Die Ähnlichkeiten zur Kaufunger Stiftskirche und infolge dessen zum Paderborner Meinwerkdom sind unübersehbar. Zwar muss die Frage nach einem Westwerk wohl offen bleiben, da hier keine archäologischen Untersuchungen stattfanden, doch lässt der eigentliche Baukörper Überlegungen in diese Richtung zu. Die Fundamente haben im aufgehenden eine Stärke von knapp einem Meter. Das Querhaus hat eine Weite von 5,8 Meter und eine Länge von 21,5 Meter. Das Querhaus war durchgehend und besaß keine ausgeschiedene Vierung vor dem Chor. Der quadratische Chorraum war über zwei Stufen zu erreichen und nahm sich auf die Breite des Mittelschiffes beziehend die Maße des Querhauses auf. Auch hier dürfte eine flache Decke statt eines Tonnengewölbes vorhanden gewesen sein.
Während sich das Querhaus der A-Kirche an älteren Bauten des frühen 11. Jahrhunderts orientiert, verweist das Langhaus durch seine Steinmetztechnik und Kapitellplastik auf eine Errichtung in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Die B-Kirche aus dem späten 10. Jahrhundert wird in der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts um das Querhaus mit dem Rechteckchor erweitert worden sein. Im frühen 12. Jahrhundert wurde dann das alte Langhaus der B-Kirche erneuert. Diese Praxis des schrittweisen Umbaus wird auch in späterer Zeit oft angewendet, um einen Gottesdienst während der Bauzeit weiterhin zu ermöglichen.