Zweigverein Witzenhausen oder Mitglieder des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, wie Dr. Kollmann oder an Matthias Roeper, den hilfsbereiten Archivar der Stadt, sucht das Staatsarchiv in Marburg auf und sammelt Fotos und Erinnerungen im Dorf für die Festschriften. Deren Qualität und Umfang ist gewachsen, nicht zuletzt wegen der heutigen technischen Möglichkeiten (beeindruckendes Beispiel: Die Chronik von Ellingerode).
An die einführenden Vorträge im Mittelpunkt des Dorfes, der Kirche, deren Kunstschätze, gelungenen Renovierungen, zumeist auch die Patronatssitze vorgestellt werden, schließt sich ein Rundgang durch das Dorf an, bei dem die geschichtlich, künstlerisch, technisch und sozialgeschichtlich bedeutsamen Gebäude betrachtet werden.
Dazu sind die Beschreibungen - auch der Gesamtanlage - in der Denkmaltopographie „Werra-Meißner-Kreis 111, Altkreis Witzenhausen", eine hervorragende Hilfe. Diese zumeist trockenen Darstellungen werden aber ergänzt mit den Beiträgen älterer, kundiger Dorfbewohner. Sie haben die baulichen, ökonomischen und familiengeschichtlichen Veränderungen in ihrem Ort miterlebt oder kennen sie aus Erzählungen ihrer Vorfahren.
Diese „Geschichten" hauchen anschauliches Leben ein, indem sie uns Hausbewohner, ihre Berufe, Eigenarten und Verdienste, gewürzt mit Anekdoten, als greifbare Menschen vor Augen führen. Das hat die Beliebtheit der Dorfgeschichte(n) gesteigert, so dass sie in den letzten sechs Jahren zu einer Erfolgsgeschichte wurde, die sich unser Lokalredakteur nicht entgehen lässt und mit entsprechend umfangreichen, üppig bebilderten Presseberichten in der Hessisch Niedersächsischen Allgemeinen würdigt.
Der dritte Teil der Veranstaltung führt die Kernstadt- und zahlreichen Dorfbewohner aller Altersgruppen im Dorfgemeinschaftssaal bei Kaffee und Kuchen zusammen, auch bei hausgeschlachteter „ahler Wurscht". Dort berichtet der Ortsvorsteher oder der Bürgermeister über den aktuellen Stand der Dorfentwicklung, die sozialen und ökonomischen Bedingungen, die Neubaugebiete und die Bemühungen und Erfolge im Rahmen von Dorfsanierungen. In He
benshausen wurde auch die Dorfjugend aktiv und präsentierte die von ihr in Kleinarbeit gesammelten Fotos aus den Familienarchiven und erläuterte sie.
Der Erfolg dieser Dorfgeschichte(n) ist wesentlich den geschichtsbewussten, aktiv sich einbringenden Frauen und Männern und der gesamten Einwohnerschaft geschuldet. Wenn sich in einem Dorf mit an die 160 Bewohnern etwa 100 an der Veranstaltung beteiligen, beweisen sie damit ein großes Interesse an der Geschichte „ihres" Ortes, auch ein wenig Stolz darauf, den Städtern die Schönheiten ihrer Heimat präsentieren zu können. Der Pfarrer allerdings sieht die überfüllte Kirche, deren Sitzplätze nicht ausreichten, mit einer gewissen Wehmut, wenn er mit dem sonntäglichen Gottesdienstbesuch vergleicht. Erfreulich zu beobachten ist, in welch beeindruckender Weise die Dorfgemeinschaft noch lebt, die auch die „Zugezogenen" erfolgreich zu integrieren versteht.
Das Interesse breiter Schichten, auch jüngerer Leute, an der eignen Lokalgeschichte zu wecken, die immer in die allgemeine Geschichte eingebettet werden muss, ist u.a. ein Ziel unserer Veranstaltungen als Geschichtsverein. Man denke nur daran, welche Veränderungen die Dörfer seit 1945 hinsichtlich der beruflichen und ökonomischen Struktur, der Bevölkerung (Aufnahme der Vertriebenen) und der Neubautätigkeit erfahren haben.
Nachdem wir die 16 Ortsteile der Kommune Witzenhausen kennengelernt hatten, beschlossen wir, die fünf Dörfer und den Ortsteil Eichenberg-Bahnhof unserer Nachbargemeinde Neu-Eichenberg im historisch bewegten Zipfel des Dreiländerecks „Niedersachsen-HessenThüringen" zu erkunden, und hatten dort, wesentlich unterstützt von Bürgermeister Fischer, Pfarrer Neie und dem profunden Kenner der Lokalhistorie Wolfgang Schulin, Besucherzahlen, die nicht mehr zu überbieten sind.
Der Zweigverein Witzenhausen fühlt sich auch für seine Nachbarn im Norden und im Süden zuständig, denn die nächsten Zweigvereine gibt es in Eschwege und in Hessisch-Lichtenau. In Neu-Eichenberg konnten wir im Rahmen der Dorfgeschichte(n) Mitglieder hinzugewinnen, in Bad-Sooden-Allendorf und Großahnerode haben
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