und welche Beweismittel und Argumentation er in Text und Bild integrierte.
Obwohl das Interesse an Dilichs Karten in den letzten Jahren ständig wuchs, gab es seit dem unvollständigen Tafelwerk von Edmund Stengel aus dem Jahr 1927 bisher keine neuere wissenschaftliche Untersuchung. Die aktuelle Ausgabe vereinigt erstmals sämtliche Tafeln in hochwertigen farbigen Reproduktionen. Zudem wird jede einzelne Tafel mit einer einseitigen Erläuterung aus historischer, geographischer und kunsthistorischer Perspektive kommentiert. Einleitende Texte verorten die Zeichnungen in Dilichs Lebenswerk und bieten eine wissenschaftliche Bewertung im Kontext von Kartographie und Wissen der Frühen Neuzeit.
Die finanzielle Unterstützung der Hessischen Kulturstiftung, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie des Kasseler Hochschulbundes hat die kommentierte Faksimileausgabe erst ermöglicht. Die Originalbildgrößen schwanken zwischen 29,9 und 35,5 cm in der Höhe und 39,9 und 50,8 cm in der Breite;

 

Burg Katz (Kassel, UB-LMB, 2° Ms. Hass 679, Bl. 34): Grundriss. Vier in Klapptechnik gefertigte Grund- und Aufrisse geben die architektonische Außen- und Inneneinteilung der bald nach 1350 angelegten Burg Neukatzenelnbogen, im Volksmund ‚Katz’ genannt, wider. Der Grundriss zeigt einen sechseckigen Bering mit Wehrmauer, vorgelagertem Garten und Marstall. Eine Mauer teilt die Kernburg in zwei Hälften, Palas und Burghof mit rundem Bergfried. Im Burghof sind die Fachwerkkonstruktionen von Küche, Backofen und Brunnenhaus an die Ringmauer angelehnt. Der Zugang zum Palas verläuft über einen Fußpfad, der vom Rhein aus durch eine Nebenpforte zur Eingangstreppe führt. Drei Ecktürme verstärken den Palas, über dessen fast fensterlosem Keller zwei große Säle dazu dienten, Gäste zu empfangen und Verhandlungen abzuhalten, zudem enthielt er Stuben und Kammern, Treppen und Schlafkammern.

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