in Ausnahmen erreichen die Blätter Formate bis 100 cm. Deswegen war eine (überwiegend geringe) Verkleinerung der Reproduktionen erforderlich. Nur die filigranen, mehrfach geschichteten Aufklappteile der Tafeln, die die Dimensionen der architektonischen Darstellungen erfahrbar machen, sind im Druck nicht abzubilden gewesen; deshalb werden sie in einer ausgezeichneten elektronischen Fassung zugänglich gemacht. Die Digitalisate sind abrufbar unter www.orka.uni-kassel.de, Stichwort ‚Sammlungen‘, dort unter Dilich.
Ingrid Baumgärtner, Kassel

 

Literaturhinweis
Ingrid Baumgärtner, Axel Halle, Martina Stercken (Hg.): Landtafeln hessischer Ämter zwischen Rhein und Weser 1607–1625, Kassel 2011

 

Archive im Vereinsgebiet
Die Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung in Kassel

 

Als die Kasseler Juristin und Politikerin Elisabeth Selbert im Parlamentarischen Rat 1948/49 maßgeblich dafür sorgte, den Grundsatz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland zu verankern und fast zeitgleich auch die Verfassung der DDR den Satz „Mann und Frau sind gleichberechtigt“ erhielt, wurde damit – zumindest auf dem Papier – etwas festgeschrieben, wofür Frauen lange gekämpft hatten.
Wie in anderen Ländern auch, hatte sich in Deutschland ab Mitte des 19. Jahrhunderts eine Frauenbewegung formiert. Frauen forderten Bildungsmöglichkeiten und das Recht auf Erwerbsarbeit, sie kämpften nicht nur für das Wahlrecht, sondern setzten sich für die rechtliche Gleichstellung in allen Lebensbereichen ein. Die lange Geschichte der Frauenemanzipation ist von Teilerfolgen, Niederlagen und Neuanfängen geprägt, von gemeinsamen Kämpfen ebenso wie von Spaltungen und Abgrenzungen.
Anfang der 1980er Jahre entstand mehr und mehr ein Bewusstsein darüber, dass diese Geschichte in Vergessenheit zu geraten drohte, weil die Quellen der Bewegung nur rudimentär bewahrt wurden. Zu dieser Zeit gab es zwar Archive einiger größerer Frauenverbände, und Teile zur proletarischen Frauenbewegung fanden sich in Archiven der Arbeiterbewegung; auch für die Neue Frauenbewegung, die ab den 1970er Jahren aktiv war, hatten sich erste Archive gegründet. Ein Archiv aber, das flügelübergreifend alles zur Alten Frauenbewegung und ihren Protagonistinnen sammelte, seien sie nun bürgerlich oder sozialistisch, konfessionell gebunden oder nicht, „radikal“ oder „gemäßigt“ – ein solches Archiv existierte nicht.
1984 gründete deshalb eine Gruppe von Frauen in Kassel den Verein „Archiv der

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