wurde Halber Gebrauchswald. Nun wurden auch neue Marksteine an der Grenze zum Staatswald gesetzt – zwei dieser Grenzsteine aus dem Jahre 1568 konnten als älteste datierte Melsungens auf der Wanderung besichtigt werden.
Walkemühle
Wenn man heute in Melsungen die Bezeichnung Walkemühle hört, denkt man unwillkürlich an die Walkemühle bei Adelshausen. Wann die Mühle gegründet wurde ist unbekannt. Die Nennung eines „Cuntz Bachmoiln“ im Jahre 1576 lässt die Vermutung zu, dass zu dieser Zeit die Mühle existierte. Landgraf Moritz zeichnete um 1629 den Eisenhammer „Schmidtfurth“, dieser Eisenhammer ist identisch mit der Walkemühle. 1744 wird die Mühle erneuert, ein Walkgang und ein Schlaggang wurden eingebaut. 1842 kauften Johann George und August Carl Wilhelm Gleim die Mühle und richten eine Tuchfabrik ein. Später kaufte der Lehrer Ludwig Wunder die Mühle und richtete eine sozialistische Schule ein, die bald vom Göttinger Professor Leonard Nelson übernommen wurde. Bekannte Pädagogen an der Schule waren Minna Specht, die später an der Odenwaldschule unterrichtete, und Nora Platiel, welche später Landgerichtspräsidentin und Kommunalpolitikerin in Kassel war.
Am 14. März 1933 wurde die Schule als „kommunistische Brutstätte“ besetzt, und in der Folge die Gauführerschule Kurhessen eingerichtet. Noch vor Einmarsch der Amerikaner im Jahre 1945 wurden die Gebäude angezündet und brannten ab.
Auch hier möchte ich die übrigen Themen auflisten: Das Forstrevier Kirchhof. – Die am Wanderweg liegenden Kunstwerke des „Ars Natura“. – Grenzstein aus dem Jahre 1799 und Landgraf Wilhelm IX. – Die Carl–Braun–Hütte. – Der Kreuzweg, eine Nebenroute der Nürnberger Landstraße zwischen Altmorschen und Melsungen. – Wiederherstellung eines Grenzsteins aus dem Jahre 1641. – Dreimärkergrenzstein Melsungen – Mörshausen – Adelshausen. – Überblick über die Geschichte Adelshausens.
5. Etappe
Zur 5. Wanderetappe trafen sich die Geschichtsfreunde am 13. Juni 2010 auf dem Wanderparkplatz an der Obermärker-Zimmermann-Straße im Markwald Beuerholz. Die Wahl des Treffpunktes legte schon eines der wichtigsten Themen für diese Wanderung nahe – die Geschichte des Markwaldes Beuerholz. Gibt es doch viele Gemeinsamkeiten in der Entstehungsgeschichte mit der des Melsunger Stadtwaldes. Im Jahre 1360, also 10 Jahre vor dem Geschenk an die Melsunger, schenkte Heinrich II. der Stadt Felsberg und den Leuten von Gensungen, Sontheim, Beuern, Heßlar und Melgershausen den Wald, der damals schon Beuerholz hieß, als Mark. Das bedeutete, dass Heinrich auf seine Rechte am Wald verzichtete, während er am Melsunger Stadtwald sein Eigentumsrecht behielt und die Stadt nur den Wald nutzen durfte. Der Markwald liegt noch heute in der Gemarkung des Dorfes Beuern. Märker, Mitglied in der Märkergenossenschaft konnte nur sein, wer einen „eigenen Rauch“, also ein eigenes Wohnhaus besaß.
Obermärker war Kraft seines Amtes immer der Bürgermeister von Felsberg. Er war unter anderem dafür zuständig, welche Waldteile zum Holzeinschlag frei gegeben wurden. Diese Rechte führten zu massiven Meinungsverschiedenheiten mit den Märkern aus Heßlar und Melgershausen. Nach einem 16 Jahre dauernden Rechtsstreit wurden die Anteile von
vorherige Seite  -  zurück  -  nächste Seite
 
 
vorherige Seite  -  zurück  -  nächste Seite