eben Graf Siegfried, der Vater Kunigundes, ließ hoch über der luxemburgischen Alzette auf einem steilen Felsplateau, das er 963 im Tausch vom Abt von St. Maximin erworben hatte, die Burg Luxemburg errichten, um seine Herrschaft in diesem Raum zu verdichten. Aber nicht nur das, der Luxemburger Graf beherrschte auch große Teile der Stadt Trier und seines Umlandes. Das Stift St. Paulin vor der Stadt befand sich fest in der Hand der Familie. Nichts konnte in Trier gegen den Willen dieser Familie geschehen. Das war nicht wenig, denn Trier war eine mächtige Stadt. Mit ihrer großen Tradition bildete sie das Tor zum Westen, und als Verkehrs- und Handelsmittelpunkt mit ihrer Moselbrücke war sie von enormer Bedeutung. Außerdem muss man sich vor Augen stellen, dass in dieser Stadt noch viele römische Steinbauten aus der spätantiken Kaiserzeit standen, große feste Häuser, fast uneinnehmbar, über die jeder Fremde, der dorthin kam, nur staunen konnte. Die Porta Nigra oder die Basilika sind heute nur noch kleine Überreste einer einst hochragenden Silhouette.
Trier – davon müssen wir also ausgehen – stellte ein bedeutendes Zentrum im Westen des Reiches dar, und hier waren die Luxemburger um das Jahr 1000 unangefochten die Herren. Sie förderten die Klosterreform, die in ihrem Kloster St. Maximin eine besondere Blüte erfuhr, und übertrugen sie auch in ihr Kloster Echternach. Als Vögte waren die Luxemburger die weltlichen Herren der Reform. Ohne ihre Zustimmung, so wird man hinzufügen dürfen, wäre der Wegzug von Mönchen aus St. Maximin nach Regensburg gar nicht möglich gewesen.
Damit werden die Zusammenhänge plötzlich ganz deutlich: Die Reform war es, die die beiden mächtigen Familien, die herzogliche aus Regensburg und die gräfliche aus Trier, zusammengeführt hat. Angesichts dieser Konstellation

 

Festredner Prof. Dr. Stefan Weinfurter von der Universität Heidelberg

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