34 Zweigvereine
Heimatgeschichte ist den Menschen doch
scheinbar vertraut. Aber man kann sie
aus heutiger Sicht aus ganz neuen Perspektiven
betrachten, kann Fragen stellen, ob an
der ,,guten alten Zeit“ wirklich alles gut war,
und danach, wovor Menschen Angst hatten
und was ihre Neugier
beflügelte. Klaus-Ulrich
Battefeld,
dessen Vorfahren
aus der Lengelmühle
stammen und der
heute Leiter des Referats
für Naturschutzrecht im
Wiesbadener Umweltministerium
ist, tat dies bei
einem reich bebilderten
Rundgang durch die Geschichte
des Frankenberger
Landes.
In der Mauritiuskapelle
des Museums im Kloster
Frankenberg sprach
Battefeld
auf Einladung
des Geschichtsvereins und zeichnete dabei ein
Bild von Bevölkerung und Landnutzung im
Lauf der Jahrhunderte. Er schilderte die Entwicklung
Frankenbergs zu einer ,,Weltstadt“ an
der Kreuzung von Weinstraße und Eisenstraße,
den Einzug der Zisterzienserinnen als ,,Braintrust“
in eine Ackerbauernstadt
oder den Bau
der riesigen Liebfrauenkirche
bei gerade mal
1200 Einwohnern. Es
gab schon ,,Landflucht“:
16 Orte im Umfeld fielen
wüst. Battefeld
zeigte
aber auch, wie sich im
Jahr 1258 in Frankenberg
Angst breitmachte,
als nach einem Vulkanausbruch
auf der indonesischen
Insel Lombok
eine 43 Kilometer hohe
Rauchsäule Finsternis
nach Europa trieb,
Lesenswertes in Auswahl
Heimat in neuer Perspektive – Klaus-Ulrich Battefeld war
Gast beim Frankenberger Geschichtsverein
eingeladen. Frankenberger Sozialdemokraten
luden zu einem öffentlichen Stadtrundgang
entlang der im Gedächtnis an 38 Frankenberger
Opfer verlegten „Stolpersteine“ ein. Die zehn
Jahre zuvor erstmals erschienene Stolperstein-
Broschüre „Hier wohnte“ wurde mit Hilfe von
Spenden neu aufgelegt. Mit einem Zuschuss
beteiligte sich der Zweigverein Frankenberg
an der Herausgabe des Buches „Novemberpogrome
1938. Ausschreitungen und Übergriffe
im Kreis Waldeck-
Frankenberg“, herausgegeben
von Karl-Heinz Stadtler und Dr. Marion
Lilienthal.
Regionalgeschichtliche Beiträge unserer Mitglieder
erschienen im von der HNA herausgegebenen
Frankenberger Heimatkalender
2018, Redaktion Dr. Horst Hecker, und in der
Wochenendserie
„Blick zurück“ der Frankenberger
Allgemeinen (HNA). Auf Sonderseiten
erinnerten wir in der HNA an den Ersten Weltkrieg
und seine Auswirkungen im Frankenberger
Land. Regionale Forschungsvorhaben wie
Ortsgeschichten von Allendorf/Hardtberg oder
Bockendorf
wurden bzw. werden von Dr. Horst
Hecker betreut.
Karl-Hermann Völker
Herzliche Begrüßung in der alten Heimat.
Referent Klaus-Ulrich Battefeld mit Erika
Aab, der ehemaligen 2. Vorsitzenden des ZV
Frankenberg (Foto: Karl-Hermann Völker)