Zweigvereine 65 massigen Sandsteinfelsen mit den Stiftgebäuden und der romanischen St. Servatius-Kirche. Hier begann vor über 1000 Jahren deutsche Geschichte. Am Finkenherd, zu Füßen des Burgberges, soll der Sachsenherzog Heinrich 919 die Königskrone empfangen haben. Er und seine Nachfolger machten die Pfalz Quedlinburg zu einem wichtigen Zentrum ihrer Reichspolitik. Heinrich I. wurde hier 936 beigesetzt. Seine Gemahlin Königin Mathilde gründete an dieser Stelle im gleichen Jahr ein Damenstift, das fast 900 Jahre lang Bestand hatte. In den Kostbarkeiten des Domschatzes der Stiftskirche spiegelt sich noch heute der Glanz des ottonischen Kaiserhauses. Die Räumlichkeiten des ehemaligen Stiftes beherbergen heute das Schlossmuseum mit Ausstellungen zur Stadtund Stiftsgeschichte sowie stilvoll gestaltete Empfangs- und Audienzsäle. Die größte Sehenswürdigkeit ist die Stadt selbst. Auf einer Fläche von gut 80 ha können über 2000 malerische Fachwerkhäuser bestaunt werden. Der sachkundige Stadtführer Schmelz, gleichzeitig seit vielen Jahren auch Leiter des Stadtbauamtes, hat uns viele der restaurierten Fachwerkhäuser, Straßen und Plätze gezeigt. Besonderer Höhepunkt war der Blick in das Innere des historischen Rathauses. Hier beeindruckten die Besucher im Rathausaal besonders die wertvollen farbigen Fenster und die kunstvollen Wandgemälde mit historischen Motiven. Aber es gibt auch moderne Kostbarkeiten wie das Lyonel-Feininger-Museum oder das renovierte Klopstock-Haus, die auch mit dazu beigetragen haben, dass Quedlinburg seit 1994 zur Weltkulturerbe-Stadt wurde. Der 20. Mai 1860 ging als schlimmer Tag in die Geschichte von Roßbach ein: Wassermassen aus Tälern rund um das Dorf stürzten in die Tiefe, rissen Häuser um und wurden zum Inferno für Menschen und Tiere. „Die Bilder müssen so gewesen sein, wie wir sie vom Ahrtal 2021 kennen“, sagte Ortschronist Lothar Steinfeld bei der ersten Veranstaltung in der wieder aufgelegten Reihe „Dorfgeschichten“ des Zweigvereins Witzenhausen im Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde. Eine Gedenktafel an der Kirche erinnert an das Drama von einst. Vorsitzender Hans-Jürgen Markolf freute sich über die große Beteiligung auch von Ortsbürgern und jungen Familien. Ortsvorsteherin Iris Lücke war dankbar, dass man sich ihr Dorf für die Premiere ausgesucht hatte. Auch sie erhoffte sich neue Erkenntnisse über ihren Heimatrot. Roßbach, dies hob Steinfeld vor den 70 Teilnehmern hervor, zeichnete sich durch seine anmutige Lage aus. Abseits der großen Straßen, wo stets auch Gefahren lauerten, war das Dorf zu allen Zeiten ein Idyll. Aus fünf Tälern bezog man Wasser – und war damit zu allen Zeiten in einer komfortablen Position. 2022 wurde Corona bedingt das Ortsjubiläum mit Verspätung gefeiert. – es bezog sich auf ein 775-jähriges Bestehen, doch es sei anzunehmen, dass das Dorf weit älter ist. In Roßbach, zwischen Kaufunger Wald und Werratal beliebt als Wohnsitz, stießen einst drei Herrschaftsbereiche aufeinander: Thüringen, Hessen und Braunschweig. Lesenswertes in Auswahl Perle am Kaufunger Wald Erster Dorfrundgang in Roßbach stieß auf großes Interesse